Eizellspende – Kinderwunsch

    Neuigkeiten und Informationen rund um die Eizellspende und den Kinderwunsch

    Michael Thaele, einer der Pioniere der deutschen Reproduktionsmedizin, kritisiert, dass die Zweiklassenmedizin längst in Deutschland angekommen ist. Von Armin Leidinger

    Rund 10 000 Jungen und Mädchen hat der Mediziner Michael Thaele in seiner Praxis schon zum Leben verholfen. Und ebenso vielen Paaren, die auf natürliche Weise keine Kinder bekommen konnten, damit einen Herzenswunsch erfüllt. Seit 1982 behandelt Thaele Patienten mit der Diagnose “unerfüllter Kinderwunsch” und hat dabei Pionierarbeit geleistet. Zehn Jahre lang stand der Saarbrücker Arzt an der Spitze der deutschen Reproduktionsmediziner. Seit diesem Jahr ist er Ehrenvorsitzender des Bundesverbands Reproduktionsmedizinischer Zentren Deutschland und im Ruhestand. Was den unerfüllten Kinderwunsch angeht, gibt es seiner Meinung nach in Deutschland schon längst eine Zweiklassenmedizin.

    Bis 2004 stieg die Zahl der Paare, die sich in einer Kinderwunschpraxis behandeln ließen. Mit der Gesundheitsreform aber seien die Patientenzahlen um etwa ein Drittel zurückgegangen. “Das sind die Paare, die sich eine Behandlung nicht mehr leisten können.” Gesetzliche Krankenkassen bezahlen seitdem drei Versuche, jedoch nur zur Hälfte. Eine ICSI kostet die Paare dadurch 1700 Euro, schlagen drei Versuche fehl, sind weitere Behandlungen doppelt so teuer.

    Wer Geld hat, bekommt Hilfe

    Insgesamt gelte: Wer das Geld hat und im Zweifelsfall bereit ist, ins Ausland zu fahren, bekommt Hilfe. “Die Anderen gucken in die Röhre”, sagt Thaele. Die Samenspende beispielsweise sei in Deutschland erlaubt, die Eizellenspende aber verboten. Das Resultat: Betroffene Paare, die es sich leisten können, holen sich Hilfe in anderen Ländern.

    Vier verschiedene Hilfestellungen sind zu unterscheiden: Die einfachste Form ist eine Behandlung mit Medikamenten. Bei leichten Einschränkungen der Spermien wird die Samenflüssigkeit im Labor behandelt und so verbessert. Kurz vor dem Eisprung spritzt der Arzt dann das Sperma in die Gebärmutter der Frau. Die “In-vitro-Fertilisation” (IVF), die Befruchtung im Reagenzglas, kommt zum Einsatz, wenn die Eileiter der Frau erkrankt oder verklebt sind. Dabei ist es notwendig, Eizellen operativ zu entnehmen. Sind die Spermien nicht in der Lage, selbst in die Eizelle einzudringen, werden sie vom Arzt dort hineingebracht. “Für die Akzeptanz dieser Methode, der sogenannten ,ICSI’, mussten wir Reproduktionsmediziner lange kämpfen”, erinnert sich der Ehrenvorsitzende.

    Ein Rückblick auf den Beginn der Reagenzglasbefruchtung in Deutschland in den 1980er Jahren: “In den Anfangsjahren haben schon mal militante Frauenbewegungen vor unserer Praxis demonstriert”, erzählt Thaele. Damals war die Gemeinschaftspraxis in Saarbrücken eine der wenigen Einrichtungen in Deutschland, die die Methode der Befruchtung im Reagenzglas überhaupt anwenden konnten. Bei Volontärsaufenthalten in australischen Kliniken und der weltweit ersten IVF-Praxis in Wien hatten sich die beiden Ärzte Jens Happel und Michael Thaele fortgebildet. Doch technisch gab es Schwierigkeiten. “Am Anfang mussten wir uns die Nadeln, mit denen man Eizellen entnimmt, aus Australien kommen lassen”, sagt Thaele.

    Diese Pionierjahre sind lange vorbei. Kinderwunschpraxen seien mittlerweile allgemein anerkannt. Studien hätten gezeigt, dass im Reagenzglas gezeugte Kinder sich sowohl psychisch als auch gesundheitlich normal entwickeln. Die Behandlungen seien zwar immer noch aufwendig, die Erfolgsraten jedoch deutlich höher als früher.

    Für die Zukunft wünscht sich Thaele, dass es auch in Deutschland möglich sein wird, mehr als drei Embryonen pro Versuch heranzüchten zu dürfen. Nur der entwicklungsfähigste von diesen sollte dann der Patientin eingesetzt werden. Das Risiko von Mehrlingsgeburten könne damit ausgeschlossen werden. Zurzeit müssten alle erzeugten Embryonen auch tatsächlich verwendet werden.

    Saarland braucht Kinder

    In die neue Saarbrücker Praxis ist Thaele im Januar nicht mehr mitgezogen. Etwas stolz ist er aber schon auf die Räume. “Wir sind meines Wissens die modernste IVF-Praxis in Europa”, sagt er. Das Saarland kann die so gezeugten Kinder gut gebrauchen: Laut aktueller Zahlen ist es das Land mit der niedrigsten Geburtenrate.

    Quelle: http://www.morgenweb.de/

    Die Parlamentarische Staatssekretärin für Frauen und Gleichstellung, Dr. Margret Seemann (SPD), lehnt die Pläne von Bundesfamilienministerin Schröder (CDU) zur Kürzung des Elterngeldes strikt ab.

    Seemann: “Das Elterngeld ist ein entscheidendes Instrument, damit Erwerbstätige in den ersten 12 bzw. 14 Monate nach der Geburt an der frühkindlichen Entwicklung ihres Kindes stärker teilhaben können. Vor allem jungen Menschen soll ermöglicht werden, ihren Kinderwunsch umzusetzen. Eine pauschale Kürzung des ohnehin nicht kostendeckenden Elterngeldes um 70 Euro im Monat, wie es Schröder jetzt plant, würde vor allem Geringerverdienende treffen!”

    Das Elterngeld liegt derzeit zwischen mindestens 300 und maximal 1.800 Euro im Monat. Seemann: “Würde Schröders Vorschlag umgesetzt, läge der Mindestsatz bei nur noch 230 Euro im Monat. Die pauschale Verringerung um 70 Euro ist weder inhaltlich begründet noch trägt sie den Anforderungen junger Familien Rechnung. Ich finde es sehr fragwürdig, dass ein solcher Vorschlag ausgerechnet von der fachlich zuständigen Bundesministerin selbst kommt. Ich habe das Thema deshalb ebenso wie die unsägliche Diskussion zur Nichtumsetzung des geplanten Ausbaus der Kinderbetreuung auf die Tagesordnung der Frauen- und Gleichstellungsministerinnenkonferenz am 10. und 11. Juni in Dresden setzen lassen. Dort erwarte ich von der Bundesfamilienministerin Antworten!”

    “Statt das Elterngeld zu kürzen sollte die Bundesfamilienministerin die absurde Idee der ,Herdprämie” fallen lassen, die dafür sorgt, dass Frauen nach der Geburt ihres Kindes nicht wieder in den Beruf zurückkehren können. Dort wären die Millionen an der richtigen Stelle eingespart. Ansonsten würde Schröder den Familien doppelt schaden!”, so Seemann abschließend.

    MVregio Landesdienst mv/sn

    Wollen die Deutschen keine Kinder mehr?

    Krippenausbau, Elterngeld und Vätermonaten zum Trotz – Deutschland steckt in einem neuen Geburtentief: Im Jahr 2009 kamen hierzulande 651.000 Kinder zur Welt – und damit rund 30.000 Kinder weniger als 2008. Doch woran liegt es, dass die Zahl der Geburten immer weiter sinkt?

    Während sich in anderen Industriestaaten Besserung abzeichnet, kamen hierzulande im vergangenen Jahr so wenige Kinder zur Welt wie seit Jahrzehnten nicht. Dabei hat eine bevölkerungsrepräsentative Single-und Partnerstudie von Parship ergeben, dass für viele Deutsche Nachwuchs das schönste Geschenk darstellt: Kinder bringen Leben in die Bude und erweitern den eigenen Horizont. Idealerweise hätte jeder Deutsche im Schnitt gerne zwei Kinder.

    Blickt man zum internationalen Kindertag am 1. Juni jedoch auf die Realität, zeigt sich ein ernüchterndes Bild: Tatsächlich liegt die letzte offizielle Kinderzahl je Frau im Alter zwischen 15 und 49 Jahren bei gerade einmal durchschnittlich 1,38. Damit klaffen Kinderwunsch und Wirklichkeit in Deutschland weit auseinander. Was aber sind die Gründe dafür?

    Finanzielle Unsicherheit fördert Kinderlosigkeit

    Die Parship Studie bestätigt, was Experten vermuten: Verantwortlich für das deutsche Baby-Minus ist die unsichere Finanzsituation. Denn für 31 Prozent der Befragten ist die Sorge vor finanziellen Schwierigkeiten der Hauptgrund, keine Kinder zu bekommen. Aber auch am richtigen Partner mangelt es oft: 27 Prozent ist der oder die Richtige zur Gründung einer Familie noch nicht begegnet.

    Dies sind die am häufigsten genannten Gründe für (unfreiwillige) Kinderlosigkeit:

    1. Finanzielle Unsicherheit (31%)
    2. Fehlender Partner zur Familiengründung (27%)
    3. Subjektiv empfundene Unreife (26%)
    4. Angst vor Freiheitsverlust (24%)
    5. Angst vor Karriereeinbruch (15%)
    6. Keine Zeit (14%)
    7. Angst vor der Verantwortung (10%)
    7. Medizinische Gründe (10%)

    Für diese bevölkerungsrepräsentative Studie hat Parship gemeinsam mit dem Marktforschungsinstitut Innofact AG rund 2.000 Singles und Nicht-Singles zwischen 18 und 65 Jahren befragt.

    Quelle: http://www.rtl.de/

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    Fabienne Justel will unbedingt von ihrem Ehemann schwanger werden. Dieser starb jedoch 2008 an Krebs. Nun kämpft die Französin vor dem Berufungsgericht von Rennes um ihre Familienplanung.
    Paris – Die 39 Jahre alte Fabienne Justel kämpft seit Monaten darum, von ihrem verstorbenem Mann schwanger zu werden. Sie will sich mit dem tiefgefrorenen Samen ihres 2008 an Krebs gestorbenen Mannes befruchten lassen. Dieser hatte Sperma einfrieren lassen, weil er sich sorgte, dass die Chemotherapie ihn unfruchtbar machen könnte. Die französische Justiz hatte den Antrag der Witwe zunächst abgelehnt. Nun beschäftigt sich das Berufungsgericht von Rennes von diesem Montag an mit dem Fall.

    In Frankreich ist eine künstliche Befruchtung nach dem Tod des Partners verboten. Die Herausgabe eingefrorenen Spermas ist nur mit Einwilligung des Spenders möglich.

    In Deutschland hatte kürzlich eine 29 Jahre alte Witwe aus Neubrandenburg in einem Berufungsprozess durchgesetzt, ein Kind von ihrem gestorbenen Mann austragen zu dürfen. In diesem Fall hatte das Paar bereits befruchtete Eizellen einfrieren lassen. Nach einem tödlichen Motorradunfall des Mannes verweigerte das Krankenhaus zunächst die Herausgabe.

    ROSTOCK (eb). Nach Schätzungen des Rostocker Zentrums zur Erforschung des Demografischen Wandels liegt die zusammengefasste Geburtenziffer für Deutschland im Jahr 2009 bei durchschnittlich 1,33 Kindern pro Frau. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Geburtenneigung somit um 3,3 Prozent geschrumpft.

    Im Geburtenmonitor des Rostocker Zentrums werden die zusammengefassten Geburtenziffern (Total Fertility Rates, TFRs) differenziert und auf Monatsebene so früh wie möglich berechnet. Die Berechnungen beruhen auf den nicht korrigierten absoluten Geburtenzahlen des Statistischen Bundesamtes und einer geschätzten Altersstruktur der Frauen für das beobachtete Jahr. So kann die Geburtenrate für ein Jahr schon frühzeitig geschätzt werden.

    Für 2009 sagen die Schätzungen eine zusammengefasste Geburtenziffer von 1,33 für Gesamtdeutschland voraus. Die Geburtenneigung ist demnach um 3,3 Prozent im Vergleich zum Jahr 2008 gesunken. Sie würde damit wieder auf den niedrigen Stand des Jahres 2006 fallen.

    Eine wachsende Unsicherheit in der Bevölkerung aufgrund der ökonomischen Entwicklungen im vergangenen Jahr kann eine mögliche Erklärung für den Rückgang sein. Eine Reihe von wissenschaftlichen Studien zeigt, dass Fertilitätsentscheidungen auch von ökonomischen Rahmenbedingungen abhängen.

    Gleichzeitig wäre es aber auch möglich, dass die geringere Geburtenrate durch einen Vorzieheffekt entsteht: Kinder, die ursprünglich erst für 2009 geplant waren, wurden aufgrund der Einführung des Elterngeldes bereits im Vorjahr geboren.

    Schon im Frühjahr des vergangenen Jahres wurde im Geburtenmonitor eine Schätzung der Jahres-TFR für das Jahr 2008 veröffentlicht. Der Wert 1,36 wich nur geringfügig von der im September 2009 vom Statistischen Bundesamt publizierten TFR von 1,38 ab. Abweichungen entstehen dabei durch die Korrektur der absoluten Geburtenzahlen durch das Statistische Bundesamt bis zur amtlichen Veröffentlichung der TFR. Gleichzeitig kann die geschätzte Altersverteilung der Mütter von der realen Verteilung abweichen.

    Quelle: http://www.aerztezeitung.de/