Allgemein


Bei IVFSpain kümmern wir uns um die Gesundheit unserer Patienten. Wir möchten, dass Sie die besten Chancen auf eine Schwangerschaft haben.

Bei IVFSpain kümmern wir uns um die Gesundheit unserer Patienten. Wir möchten, dass Sie die besten Chancen auf eine Schwangerschaft haben.

Übergewicht kann die Möglichkeit schwanger zu werden verringern und Studien haben gezeigt, dass übergewichtige und untergewichtige Frauen niedrigere Empfängnisraten haben. Die häufigsten Probleme mit Übergewicht sind hormonell bedingt; wie zum Beispiel zu viel Östrogen, ein polyzystisches Ovarialsyndrom (PCO) und eine größere Chance auf einen Defekt der Lutealphase. Mehr Gewicht kann ebenfalls zu Problemen während der Schwangerschaft führen, Schwangerschaftsdiabetes und Präeklampsie (eine hypertensive Erkrankung mit erhöhtem Blutdruck und Proteinurie) sind nur einige Beispiele.

Gewicht zu verlieren und Diättrends zu folgen klappt nicht auf langfristige Sicht. Ebenso wenig funktioniert Kalorienzählen, denn modernste Studien haben bewiesen, dass die bisherigen Annahmen von Kalorienaufnahme und –verbrauch falsch liegen. Kein Gewicht verlieren zu können ist viel komplexer als das und hängt von der Art der Nahrungsmittel ab und weniger von der Menge.

Wir haben für Sie die besten Tipps herausgesucht:

1. Vermeiden Sie industriell verarbeitete Lebensmittel und gönnen Sie Ihrem Körper eine Erholung
Verarbeitete Lebensmittel sind nicht nur mangelnd an Nährstoffen, sondern sind auch vollgepackt mit ungesunden Zuckern, künstlichen Farbstoffen, Geschmacksverstärkern und toxischen Substanzen, welche den hormonellen Haushalt und Stoffwechsel durcheinanderbringen. Des Weiteren verändern diese die Darmflora, was zu Entzündungen und einem durchlässigen Darm führt. Eine pflanzenbasierende und ballaststoffreiche Ernährung bietet mehr Nährstoffe und ernährt ebenfalls die gute Bakterienlandschaft im Darm und sorgt somit für die Darmgesundheit.

2. Vermindern Sie die Zuckeraufnahme und vermeiden Sie stärkehaltige Nahrungsmittel und raffiniertes Getreide
Das Hauptproblem mit Zucker und raffiniertem Getreide ist das Insulin. Das Insulinhormon spielt eine Schlüsselrolle in der Stimulation von Fettspeicherung in verschiedenen Zellen. Dieses Hormon wird nach einer kohlhydratreichen Mahlzeit durch die Pankreas ausgeschieden. In einfachen Worten gibt Insulin den Fettzellen Anweisungen Fett zu speichern und solange das Insulinlevel hoch bleibt, wird Fett gespeichert. Um überschüssiges Körperfett los zu werden, sollten die einfach verdaulichen Kohlenhydrate, wie zum Beispiel raffiniertes und verarbeitetes Getreide und Zucker verringert werden und mit gesundem Fett, welches keine Insulinabgabe stimuliert, ersetzt werden. Der Körper wird dann automatisch seinen Fettspeicher für benötigte Energie benutzen. Raffiniertes Getreide mit Vollkornprodukten, sowie braunem Reis und Getreidesorten ohne Gluten, wie zum Beispiel Quinoa und Hirse zu ersetzen sorgt für eine dauerhaftere Energie und vermeidet den Blutzuckerspiegel (Insulin) in die Höhe schießen zu lassen. Um sich langsam raffinierten Zucker abzugewöhnen, kann man Süßungsmittel benutzen, welche den Insulinspiegel nicht in die Höhe schießen lassen, sowie Kokosnusszucker, Stevia oder Agavensirup. Vermeiden Sie Aspartam und andere künstliche Süßungsmittel; diese haben neurodegenerative Konsequenzen.

3. Essen Sie gutes Fett und keine schlechten Fette
Zuverlässige Studien haben nun den Glauben, dass Fett Übergewicht und Herzkrankheiten verursacht widerlegt. Es besteht ein Unterschied zwischen gutem Cholesterin und schlechtem Cholesterin. Gute Fett sind zum Beispiel Olivenöl, Butter und Avocados. Schlechte Fette sind Transfette (gehärtete Fette), welche vor allem in frittierten Nahrungsmittel, wie zum Beispiel Chips und Donuts vorhanden sind.

4. Versuchen Sie Getreide zu vermeiden
Der zunehmende Konsum von Getreide hängt stark mit dem Anstieg von chronischen Krankheiten und Übergewicht zusammen. Es ist nicht überraschend, dass es auch Frankengetreide genannt wird; ein manipuliertes Nahrungsmittel, entwickelt während der letzten 50 Jahre. Getreide ist ein Problem, da es Stärke (was dick macht) und Gluten (was entzündend ist) enthält und außerdem macht es süchtig und verursacht Heißhungerattacken.

5. Trinken Sie keine Softdrinks, auch keine Diätvarianten
Eine Limonade enthält 9 Teelöffel Zucker, aber stattdessen Diät Cola zu trinken ist keine Lösung. Diätgetränke sind zwar kalorienarm, enthalten dafür jedoch künstliche Süßungsmittel, welche das Hungergefühl durcheinander bringen und insgesamt zu einer erhöhten Nahrungsaufnahme führen. Falls Sie Wasser zu langweilig finden, können Sie Zitrone (entzündungshemmend), Apfelessig (gut für die Verdauung) oder Stevia (süß, ohne den Insulinspiegel zu erhöhen) hinzufügen.

6. Sorgen Sie für ausreichend Schlaf
Forschungen ergeben, dass Schlafmangel den Stoffwechsel beeinflusst und zu einer schlechteren Fettverbrennung führt.

7. Verzichten Sie auf Zwischenmahlzeiten
Zwischenmahlzeiten – auch wenn es nur kleine Snacks sind- versetzen Ihren Körper in einen Fettspeicherungsmodus, da stets Insulin ausgeschieden wird. Drei Mahlzeiten pro Tage zu essen, (vorzugsweise auf Pflanzenbasis) ohne Zwischenmahlzeiten, kann helfen die Pfunde los zu werden

8. Gönnen Sie sich eine Ruhepause
Bei chronischem Stress erhöht der Körper seine Kortisol- und Insulinproduktion. Appetit wird angeregt, was zu zwanghaftem Essen führen kann. Dies ist die Art und Weise, auf die der Körper Stress mit einer essbaren Belohnung kompensiert. Nach einem Insulinschub sinkt der Blutzucker und man fühlt sich erneut hungrig. Falls Sie sich hungrig und gestresst fühlen, trinken Sie zuallererst ein großes Glas Wasser. Erinnern Sie sich vor dem Essen ein paar tiefe Atemzüge zu nehmen, denn Stress verschlechtert die Verdauung und Mineralaufnahme. Essen Sie zudem aufmerksam, jeden Bissen 20-40-mal kauend und das Besteck zwischen den Bissen ablegend.

Claudia Spahr

Integrative Ernährungskoordinatorin für Gesundheit
Autorin, Journalistin, Sprecherin, Fruchtbarkeitscoach und integrative Heilpraktikerin (IIN, AADP, IAHC)
Entwicklerin von HolyMama und Mitentwicklerin von Lotus Yoga Retreats

www.claudiaspahr.com


Österreichisches Gesetz wird novelliert

In Österreich ist sehr vieles von dem, was fortpflanzungstechnisch möglich ist, gesetzlich verboten. Die aus dem Jahr 1992 stammende Regelung muss nun novelliert werden. Über die Inhalte wird heftig diskutiert. Die Extrempole: „volle Autonomie für die Frau“ versus „strikte Regelung mit Ausnahmen“.

Fortpflanzungsmedizin 03.11.2014

Das für die Ausarbeitung der Novelle gemeinsam mit dem Justizressort zuständige Gesundheitsministerium lehnt auf Anfrage jede Stellungnahme ab, „weil die Verhandlungen durch vorschnelle Äußerungen nicht torpediert werden sollen“. Die kritischen Punkte lassen sich dennoch benennen – und auch die Positionen verschiedener gesellschaftlicher Gruppen dazu.

Samenspende für lesbische Paare

Dass das österreichische Fortpflanzungsmedizingesetz nun novelliert wird, liegt nicht an der aktuellen Debatte über Sinn und Unsinn von „Social Egg Freezing“, Embryonenkindern und Eizellspende. Auslöser war vielmehr der Verfassungsgerichtshof, der es am 10. Dezember 2013 als verfassungswidrig erkannte, dass lesbischen Paaren in Österreich per Gesetz der Zugang zur Samenspende verweigert wird.

Dass homosexuellen Paaren und allein lebenden Frauen der Weg zu medizinisch unterstützter Fortpflanzung frei gemacht wird, hatte zuvor auch schon die Bioethikkommission festgestellt, die die Regierung in derartigen Fragen berät.

Vorschläge der Bioethikkommission

Christiane Druml, Vorsitzende der Kommission und Vize-Rektorin der Medizin-Uni Wien, hebt neben der auch vom Verfassungsgerichtshof beanstandeten Benachteiligung weitere Punkte hervor, in denen das mittlerweile 22 Jahre alte Gesetz geändert werden sollte:

„Die Samenspende sollte bei In-Vitro-Fertilisationen erlaubt werden. Auch die Eizellspende sollte erlaubt werden, wobei natürlich einige Bedingungen erfüllt werden müssen, damit es zu keiner Ausbeutung von Frauen kommt. Hier wäre auch eine Altersgrenze nötig. Außerdem müssten Kinder, die aus einer Eizellspende hervorgegangen sind, ebenso das Recht auf Auskunft über ihre biologische Herkunft erhalten, wie es schon bei der Samenzelle der Fall ist. Und auch mit der Embryonenspende wird man sich befassen müssen.“

Außerdem hat sich die Bioethikkommission – unter Auflagen – für die Legalisierung der Präimplantationsdiagnostik ausgesprochen, also die Überprüfung eines künstlich erzeugten Embryos auf schwere genetische Erkrankungen.

Verbot mit Ausnahmen

Eine ganze Reihe von Punkten also, die die Bioethikkommission hier vorgelegt hat. Ob und wie sie allerdings in Gesetzesform umgesetzt werden sollen, dazu hat ein heftiges Tauziehen zwischen unterschiedlichen Gruppen eingesetzt. Auf der einen Seite stehen Organisationen wie beispielsweise die „Aktion Leben“ – nicht zu verwechseln mit radikalen Anti-Abtreibungs-Organisationen, die teilweise ähnlich lautende Namen haben.

„Aktion Leben“-Generalsekretärin Martina Kronthaler räumt durchaus ein, dass sich seit 1992, dem Beschlussjahr des derzeit geltenden Gesetzes, viel verändert hat: „Wir haben völlig neue Techniken wie beispielsweise die Eizellspende oder auch das Einfrieren von Eizellen, was früher nicht möglich war.“ Trotzdem sagt sie sich zur Novelle: „Wir denken, dass es gut ist, gewisse Techniken zu verbieten, und dann Ausnahmen zu definieren.“

Als Beispiel nennt sie die Präimplantationsdiagnostik: „Es ist nicht in unserem Sinn, dass einer Frau im Rahmen einer künstlichen Befruchtung ein Embryo eingesetzt wird, der sich niemals weiterentwickelt. Das wäre für uns eine solche Ausnahme, bei der diese Technik angewandt werden sollte.“ Grundsätzlich betont sie auch den Kinderschutz: „Was bedeutet es für ein Kind, wenn es später erfahren muss, dass es aus einem übrig gebliebenen Embryo entstanden ist und letztlich verschenkt wurde?“

„Lebensweg selbst bestimmen“

Eine ganz andere Position zum Gesetz nimmt der Mediziner Josef Zech ein, der in Innsbruck eine private Kinderwunschklinik betreibt. Derzeit behandeln sein Team und er 700 Patientinnen mit unerfülltem Kinderwunsch. Während ihrer mittlerweile 20-jährigen Tätigkeit hat seine Klinik bei der Entstehung von rund 10.000 Kindern mitgeholfen. Er erhofft sich, dass das Gesetz „wesentlich toleranter gestaltet wird und auf die Bedürfnisse der Betroffenen eingegangen wird“.

Unerfüllter Kinderwunsch sei eine extreme psychische Belastung, und diesen Menschen zu sagen, dass sie eben ins Ausland gehen sollen, empfindet er als „extrem zynisch“. Josef Zech: „Es sollten in Europa gemeinsame Regeln gelten, damit es nicht mehr zum Tourismus kommt. Und sind die Franzosen, Briten oder Spanier wirklich so viel weniger moralisch als wir, weil sie viele medizinische Techniken erlauben, die bei uns verboten sind?“ Seiner Erfahrung nach hätten die Kinder kein Problem, mit ihrer Herkunft und Entstehungsgeschichte umzugehen – wenn sie denn von den Eltern offen kommuniziert wird. „Dazu rate ich ausdrücklich.“

Sein Prinzip beschreibt er mit den Worten: „Es muss jeder Frau selbst überlassen sein, ihren Lebensweg zu bestimmen.“ Diese Aussage unterstreicht auch Christiane Druml von der Bioethikkommission: „Frauen haben heute einen anderen Lebensplan als noch vor 20 Jahren, weshalb auch der reproduktiven Autonomie ein anderer Stellenwert zukommt.“

Geringe Chancen auf großen Wurf

Dass Frauen beispielsweise mit dem Einfrieren von Eizellen ihre Autonomie tatsächlich erweitern, bezweifelt hingegen Martina Kronthaler von der „Aktion Leben“: „Je mehr Frauen ihre Fruchtbarkeit um dieser sogenannten Freiheit Willen manipulieren, umso weniger Änderungsbedarf besteht in der Wirtschaft, in der Politik und bei den Männern.“ Hier werde letztliche eine medizinische Lösung für das soziale Problem der Vereinbarkeit von Beruf und Familie suggeriert.

Es ist letztlich diese gesellschaftspolitische Debatte über Selbstverständnis und Rolle der Frau, die sich in den Verhandlungen zum Fortpflanzungsmedizingesetz spiegelt. Insofern schätzen Experten es als eher unwahrscheinlich ein, dass die Novelle ein großer Wurf wird. Zu weit würden die Regierungsparteien SPÖ und ÖVP in diesen Fragen auseinander liegen. Genaueres wird man wohl erst Ende des Jahres wissen. Bis dahin soll – so die Auskunft aus dem Gesundheitsministerium – die Novelle des Fortpflanzungsmedizingesetzes fertig sein.

Elke Ziegler, science.ORF.at


Für ein modernes Familienrecht!

Bundesmitgliederversammlung von LiSL beschließt Forderungen zum Familien- und Reproduktionsrecht

Das Familienrecht soll die Bedürfnisse von Kindern in Patchwork- und Regenbogenfamilien besser abbilden, forderten die Liberalen Schwulen und Lesben (LiSL) bei ihrer Bundesmitgliederversammlung am Sonntag in Berlin. Außerdem sprechen sie sich für ein eigenständiges Reproduktionsmedizingesetz aus, das auf Selbstbestimmung über den eigenen Körper setzt.

Im Reproduktionsmedizin-Recht wollen die Liberalen Schwulen und Lesben reproduktionsmedizinische Behandlungen für alle Menschen zulassen, seien sie verheiratet, verpartnert oder ledig. Nach den jüngsten Urteilen sollen “anonyme” Samenspender im Rahmen reproduktionsmedizinischer Behandlungen von Unterhalts- und Erbansprüchen des Kindes freigestellt werden. “Sonst drohen nach den jüngsten Urteilen zur Samenspende unfaire Folgen für Männer, die einfach helfen wollen” erläutert der LiSL-Bundesvorsitzende Michael Kauch. Außerdem sollten die Eizellspende und die Leihmutterschaft unter Bedingungen zugelassen werden, die eine Ausnutzung von Notlagen ausschließen. Hier gebe es international gut vertretbare Vorbilder.

Für das Familienrecht erneuerte Michael Kauch die Forderung der FDP nach geänderten Regeln für die Stiefkindadoption: “Bei einvernehmlichen Wunsch von Mutter, Vater und adoptionswilligem Stiefelternteil soll bei einer Stiefkindadoption das Verwandtschaftsverhältnis zu beiden leiblichen Elternteilen erhalten bleiben.” Eine solche rechtliche Mehrelternschaft dient in der Regel dem Kindeswohl und ist heute schon bei Erwachsenen-Adoptionen die Regel. Auch international werde kein Neuland betreten. Eine vergleichbare Möglichkeit bestehe im kanadischen British Columbia.

Gleichzeitig solle die Stiefkindadoption erleichtert werden, wenn die Zeugung über eine reproduktionsmedizinische Behandlung mit Samenspende erfolge und kein rechtlicher Vater vorhanden sei. Dann sollte die Lebenspartnerin der Mutter das Kind ohne gesonderte Prüfung und Fristen adoptieren können.

Den Alternativvorschlag der Grünen lehnt der LiSL-Bundesverband ab. Die Grünen wollen die Regelungen von Ehegatten einfach auf Lebenspartnerschaften übertragen und die automatische rechtliche Elternschaft der Lebenspartnerin der Mutter einführen, ungeachtet der biologischen Unterschiede. “Dies erfasst aber auch Fälle, bei denen ein biologischer Vater Verantwortung für das Kind übernehmen will. Gerade schwule Väter in Regenbogenfamilien würden von den Grünen ihrer Rechte beraubt”, kritisiert Michael Kauch.

Quelle: http://m-maenner.de/


Wenn Samen und Eizellen zum Lebensinhalt werden

Seit 30 Jahren ist Christian De Geyter, Chefarzt am Basler Universitätsspital, auf dem Gebiet der Fortpflanzung tätig. Er gilt Europa weit als Koriphäe und darf als einziger das Geschlecht eines Kindes bestimmen, bevor dieses überhaupt gezeugt worden ist. Das Universitätsspital ist Anlaufstelle für viele verzweifelte Paare, die auf natürliche Art keine Kinder bekommen können. Für viele von ihnen ist Christian de Geyter die letzte Hoffnung.

00 Paare kommen pro Jahr aus diesem Grund ins Basler Unispital. Bei zwei Dritteln von ihnen ist die Behandlung erfolgreich: Die Frau wird schwanger – auf natürlichem oder künstlichem Weg. Bei den anderen bleibt der Kinderwunsch unerfüllt. Immer mehr Paare kämen auch aus dem Ausland, sagt Christian de Geyter gegenüber dem «Regionaljournal Basel» von Radio SRF.

« Das ist nicht Gott ins Handwerk pfuschen. »

Christian De Geyter
Reproduktionsmediziner

Christian de Geyter ist aber auch für etwas anderes bekannt. Er kann das Geschlecht des Kindes vor der Zeugung bestimmen – mit Hilfe eines riesigen Mikroskops. Diese Methode wird eingesetzt, um Erbkrankheiten, die auf dem X-Chromosom vererbt werden, nicht weiter zu vererben. Diese Methode ist nicht unbestritten. Kritiker werfen Christian de Geyter vor, er würde die Natur manipulieren.

Dieser wehrt sich gegen den Vorwurf: «Die Medizin ist extrem effizient geworden. Das ist auch ein Grund, warum wir heute 85 Jahre alt werden.» Er wehrt sich auch gegen Missbrauchsvorwürfe, denn von der Methode würden wirklich nur Paare profitieren, die nachweislich eine Krankheit in sich tragen würden und diese nicht auf das Kind vererben wollen. Der Mensch sei auch im Vergleich zum Tier sehr ineffizient, was die Befruchtung angehe: «Wir tun alles um selber weniger fruchtbar zu sein. Schon allein deshalb braucht es die Reproduktionsmedizin», sagt Christian de Geyter. Die Zahlen sprechen für diese Aussage: Heute ist das Durchschnittsalter der gebärenden Frauen bei 36 Jahren.

Ein gutes Gesetz ist Voraussetzung

Basis für die Arbeit von Christian de Geyter und seinem Team ist das Fortpflanzungsgesetz. Dieses ist 15 Jahre alt und nicht mehr aktuell. Die Politik ist zurzeit im Begriff, das Gesetz zu revidieren. Neu soll die Präimplantationsdiagnostik (PID) zugelassen werden. Dieser Punkt sei in der Gesetzesvorlage vom Bundesrat kaum umstritten, bestätigt auch die Basler Ständerätin Anita Fetz. Mehr Diskussionen lösen weitere Forderungen aus: Zum Beispiel soll die Eizellenspende zugelassen werden. Oder die Zahl der Embryonen soll nicht mehr begrenzt werden.

Politisches Engagement

Christian de Geyter ist ein Workoholic. Seine Tage sind oft länger als 12 Stunden, seine Arbeitswoche zählt sieben Tage. Doch neben dem täglichen Geschäft als Chefarzt am Unispital Basel, weibelt er zurzeit auch hinter den Kulissen für ein gutes Fortpflanzungsgesetz. Er setzt sich für ein gutes Gesetz ein, das den Wissenschaftlern mehr Freiheiten bietet, gleichzeitig aber auch den Missbrauch vermeidet.

Der Professor politisiert. Er erfüllt den Kinderwunsch. Er forscht. Ein Alltag, der an den Kräften zerrt. Darum wünscht sich Christian de Geyter manchmal in einen anderen Beruf: «Trämmlichauffeur. Ich stell mir das noch schön vor, mit dem Tram durch die Stadt zu fahren.»


Leitartikel zum Samenspende-Urteil

Wir brauchen die gesellschaftliche Debatte und ein Gesetz

Das Urteil des Oberlandesgerichts Hamm zur Samenspende hat ein breites mediales Echo ausgelöst. Es muss eine gesellschaftliche Debatte mit einem in Gesetz gegossenen Ergebnis folgen.

Von Martin Wortmann

Meist war es wohl eine schnell verdiente Mark, etwa für Studenten. Was schert mich mein Samen von gestern. Doch das war gestern. Spätestens mit dem Urteil des OLG Hamm zur Samenspende wird klar: Die Sache kann zurückkehren wie ein Bumerang.

Der biologische Vater kann zum rechtlichen Vater werden – wenn es das Kind nur will. Rund 20 Jahre liegen zwischen Samenspende und Volljährigkeit des so gezeugten Kindes. Und schon 1989 hatte das Bundesverfassungsgericht das Recht auf Kenntnis der eigenen genetischen Herkunft hervorgehoben. Damals ging es um nichteheliche Kinder.

Gesetzliche Regelungen zur Samenspende fehlen bis heute. Und so klingt es auch nach weiteren gut 20 Jahren immer noch nach knallendem Sprengstoff, wenn das OLG Hamm dieses Grundrecht der Kinder als „fundamentale Rechtsposition“ umschreibt ..

Quelle: www.aerztezeitung.de