Eizellspende


Wie wählt die Kinderwunschklinik Tambre ihre Eizellspenderinnen aus?

Das Fachpersonal erzählt uns wie dieser strenge Prozess abläuft.

In der Kinderwunschklinik Tambre stehen die Patienten und ihre Wünsche rund um ihren Kinderwunsch immer an erster Stelle. Daher folgen alle Behandlungen einem strengen und sorgfältigen Protokoll, um stets die besten Ergebnisse und Garantien zu erzielen.

Eine dieser Behandlungen, die sich viele Paare und alleinstehende Frauen unterziehen, um schwanger zu werden, ist die Eizellspendebehandlung. Diese Technik ermöglicht zukünftigen Müttern, einen Embryo durch die Spende einer Eizelle einer anderen Frau zu erschaffen, da sie selbst nicht schwanger werden können. Diese Behandlung ist gehört zu denen mit den höchsten Erfolgsgarantien, aber wie wählt die Kinderwunschklinik Tambre ihre Spenderinnen aus?

Es ist ein sehr strenger Prozess, da es für Eizellspende-Patientinnen sehr wichtig ist, dass sie ein gesundes Baby zur Welt bringen, das den Eltern so ähnlich wie möglich sieht. Frauen, die beschließen, ihre Eizellen in der Clínica Tambre zu spenden, müssen eine Reihe hoher Anforderungen erfüllen. Tatsächlich werden viele Spenderinnen bei der Auswahl abgelehnt.

An diesem Prozess der Eizellspenderinnenauswahl sind mehrere Abteilungen der Clínica Tambre beteiligt. In diesem Artikel erklärt das Fachpersonal der verschiedenen Bereiche ihre Rolle in diesem wichtigen Prozess.

Maribel Carrasco, Krankenschwester

Die Krankenpfleger sind die ersten, die die zukünftigen Spenderinnen kennenlernen. Sie erfassen ihre Krankengeschichte und begleiten sie während des gesamten Prozesses. Zudem werden sie vor und nach der Eizellpunktion untersucht, um sicherzustellen, dass die Eizellen für die Behandlung geeignet sind. „Die Pflegeabteilung garantiert, dass es sich bei der Spende um einen anonymen und altruistischen Prozess handelt, bei dem die Identität der Spenderin nie preisgegeben wird“, erklärt Maribel. In der Regel sind es Frauen im Alter zwischen 18 und 26 Jahren, die sich für die Eizellspende entscheiden, kaukasische Patientinnen und viele von ihnen sind Universitätsstudentinnen.

Dr. Silvia Moreno, Psychologin

Um sicherzustellen, dass der psychische Zustand der Spenderinnen sowie ihre psychologische Familiengeschichte gesund und positiv sind, durchlaufen sie ein strukturiertes diagnostisches Interview. Dieser psychologische Test garantiert auch die Sicherheit der Spenderin bei ihrer Entscheidung und verwirft die Übertragung von Störungen oder wichtigen Anomalien im zukünftigen Baby. Eine Frau wird vom Spendeprozess ausgeschlossen, wenn ein familiärer oder psychologischer Hintergrund, Vorstrafen oder Konsum toxischer Substanzen festgestellt werden, die genetisch vererbt sein oder die Qualität ihrer Gameten beeinträchtigen könnten.

Dr. Moreno berichtet, dass zusätzlich zu dem strukturierten Interview ein vollständiger Persönlichkeitstest durchgeführt wird, der objektiv dazu dient, schwerwiegende Störungen festzustellen, die erblich bedingt sein oder die Qualität der Eizellen verändern könnten.

Die Psychologin sagt auch, dass der Grund für die Spende in der Regel der Wunsch ist, anderen Frauen oder Paaren zu helfen, ihren Traum von einer Familie zu verwirklichen.

Dr. Elena Santiago, Gynäkologin und Fertilitätsspezialistin

Nach diesen ersten Schritten wird eine vollständige gynäkologische Untersuchung durchgeführt. Anschließend werden sie einer allgemeinen Gesundheitsanalyse unterzogen, die sexuell übertragbare Krankheiten sowie die Karyotyp-Bestimmung und eine genetische Untersuchung rezessiver Mutationen umfasst. Dr. Santiago teilt uns mit, dass es die Möglichkeit gibt, die Studie auf mehr als 300 Gene zu erweitern, die an rezessiven Erkrankungen beteiligt sind (genetisches Matching), um den Spender mit dem männlichen (Partner- oder Samenspender) zu vergleichen und auszuschließen, dass sie dieselben Mutationen aufweisen und daher das Risiko, dass ein Kind von einer solchen Krankheit betroffen ist, auf das Maximum zu reduzieren.

Susana Cortes, Laborleiterin

Im Labor führen wir alle erforderlichen Analysen und genetischen Tests durch, um sicherzustellen, dass die empfangende Mutter die Eizellen von der anonymen Spenderin erhält, die ihren körperlichen Eigenschaften am ehesten entsprechen und gleichzeitig die Möglichkeit der Übertragung einer Krankheit vollständig verhindern.

Wenn wir die Spenderin ausgewählt haben und die Eizellspendebehandlung beginnt, verwenden wir die Spermaprobe des Partners oder Samenspenders und befruchten die erhaltenen Eizellen im Labor. Nach der Befruchtung überwachen wir sorgfältig die Embryoentwicklung, bis sie den Blastozystenstatus erreicht (nach 5 oder 6 Tagen). Embryologen wählen dann den Embryo mit der besten Qualität für den Transfer aus. Wenn noch Embryonen mit guter Qualität übrig sind, frieren wir sie ein, um sie zu konservieren.

Dank der Bemühungen des medizinischen Teams von Tambre und der Hilfe der jungen und gesunden Eizellspenderin kann die Frau, die aus verschiedenen medizinischen Gründen nicht alleine schwanger werden kann, anonyme Eizellen erhalten und damit ihr Ziel erreichen, Mutter zu werden.

Von links nach rechts: Dr. Elena Santiago, Maribel Carrasco, Krankenschwester, Susana Cortes, Laborleiterin und Dr. Silvia Moreno, Psychologin bei Clínica Tambre.

Eizellspende: Die letzte Hoffnung bei unerfülltem Kinderwunsch

Eizellspende: Die letzte Hoffnung bei unerfülltem Kinderwunsch

„Alle meine Patienten zweifeln an einer Eizellspende bis sie ihr Baby in den Armen halten. Dann geben sie allerdings zu, dass es die beste Entscheidung war, die sie in ihrem Leben getroffen haben“

Mit über 40 mit eigenen Eizellen schwanger zu werden ist äußerst schwierig, denn sowohl die Qualität als auch die Anzahl der Eizellen reduziert sich drastisch ab dem 35. Lebensjahr.

Bei Frauen die mit eigenen Eizellen nicht schwanger werden können, muss dann auf gespendeten Eizellen zurückgegriffen werden, und obwohl die Eizellspende eine in Kinderwunschkliniken häufig angewandte Technik ist, wird sie gesellschaftlich weitgehend nicht akzeptiert, gerade weil Mutter und Kind nicht genetisch verwandt sind.

Zum Thema Eizellspende werden wir Dr. Sergio Rogel, medizinischer Leiter von IVF Spain für spanische Patienten, befragen.

Was ist die Eizellspende?

Wenn eine Frau versucht, schwanger zu werden, müssen zwei Faktoren in Betracht gezogen werden: Anzahl und Qualität der Eizellen. Von diesen zwei Faktoren hängt nämlich größtenteils die Geburt eines gesunden Babys ab.

Fakt ist aber, dass in der Gegenwart Frauen eine Schwangeschaft zu einen späteren Zeitpunkt in Betracht ziehen – in einigen Fällen ist es dann für eine Schwangerschaft mit eingenen Eizellen zu spät. Aber dank der Reproduktionsmedizin sind wir in der Lage die jungen Eizellen einer Frau aufzubewaren, so dass sie ihre Schwangerschaft vollständig einplannen und bestimmen kann, allerdings greifen wenige Frauen auf diese für viele eher unbekannte Methode zurück.

Heutzutage verfügen grosse Kinderwunschzentren wie IVF SPAIN über die notwendige Technologie, um das Beste jeder einzelnen Eizelle herauszuholen oder gar um deren Qualität während eines Stimmulationszyklus verbessern zu können. Wenn aber das Verhältnis Eizellmenge – Qualität nicht ausreichend ist – sei es aufgrund des Alters oder aufgrund einer Krankheit – dann reduziert sich die Warscheinlichkeit der Geburt eines gesundes Kindes drastisch. In solchen Fällen ist dann die Eizellspende die beste Option.

Das Ziel der Eizellspende ist, eine ausreichende Anzahl von Eizellen von guter Qualität von einer Spenderin zu erhalten, so dass Embryonen erzeugt werden können, die höchstwarscheinlich zu einer Schwangerschaft führen können.

Wie werden die Spenderinnen ausgewählt?

Die Auswahl einer Spenderin ist für uns einer der wichtigsten Aspekte.

Bevor eine Frau als Spenderin überhaupt in Frage kommt, müssen körperliche, psychologische und gynäkologische Untersuchungen durchgeführt und überstanden werden, so dass deren Gesundheit, und ferner die Qualität ihrer Eizellen gewährleistet werden kann. Etliche dieser Untersuchungen sind gesetzlich vorgeschrieben und müssen von allen Kliniken durchgeführt werden. In unserer Klinik werden Spenderinnen zusätzlich genetisch und immunologisch getestet, so können wir über 200 Krankheiten feststellen / ausschließen und die Geburt eines gesunden Babys gewährleisten.

Nachdem eine Frau als Spenderin in unserer Klinik angenommen wurde, wird diese so zu sagen auf stand by gehalten, bis eine Patientin ihr angepasst wird. Ein optimales Matching gewährleistet so hervorragende Ergebnisse und hohe Schwangerschaftsraten – eine Behandlung mit gespendeten Eizellen kann die Erfolgsraten einer klassischen IVF Behandlung verdoppeln.

Wie gehen Patienten mit der Sorge um, dass ihr Kind ihnen nicht ähneln könnte?

Diese Sorge hat jeder Patient, der bei uns zum erstan Mal zu Besuch ist. Sie vergeht aber, nachdem dem Patient der gesamte Verlauf und die Grundlage der Genetik erklärt wurde.

Schlussendlich verschwinden alle Vorurteile nach der Geburt ihres Babys, und die Bindung die zu diesen Kindern entsteht ist genauso stark wie bei anderen Familien. In meinem Fall, waren alle meine Patienten hinsichtlich einer Eizellspende sehr skeptisch bis sie ihr Baby in den Armen hielten.


KinderwunschTage 2018 in Köln 1

Das Geschäft mit der Unfruchtbarkeit (KinderwunschTage 2018 in Köln)

  • Profitmacherei mit Eizellspende, Leihmutterschaft und Co.
  • Messe Kinderwunsch Tage bietet seriöse Beratung

Berlin, 26.06.2018.

Etwa jedes siebte Paar in Deutschland ist ungewollt kinderlos. Um sich den Wunsch nach einem Kind zu erfüllen, begeben sich viele von ihnen auf eine häufig langwierige, nervenaufreibende und finanziell belastende Reise. Gelangen Frauen an den Punkt, an dem ihnen Methoden wie künstliche Befruchtung nicht mehr helfen können, sehen viele in einer Eizellspende oder dem Engagieren einer Leihmutter ihre letzte Chance. Da beide Verfahren in Deutschland per Embryonenschutzgesetz verboten sind, bleibt ihnen nur der Weg ins Ausland.

Dubiose Geschäftemacherei

Im Ausland müssen sich die Paare dann auf einem ungeregelten und unübersichtlichen Markt zurechtfinden und mühsam nach Informationen suchen. Welche Angebote sind seriös, welche von schwarzen Schafen? Online lässt sich alles finden – Frauen, die ihre Eizellen zum Verkauf anbieten oder sich selbst als Leihmutter. Auch Firmen schlagen Profit aus der Verzweiflung von Kinderwunschpaaren und locken mit unrealistischen Versprechen wie einer Schwangerschaftsgarantie.

Informationsforum Kinderwunsch Tage

Seriöse und neutrale Hilfe bekommen Paare mit unerfülltem Kinderwunsch zum Beispiel auf der Messe Kinderwunsch Tage. Dort können sie spezialisierte Mediziner, Klinikärzte und Therapeuten aus der ganzen Welt treffen und mehr über nationale und internationale Behandlungsmöglichkeiten, ergänzende Therapien, neueste Fertilitätsprodukte und – technologien erfahren und sich auch rechtlich beraten lassen. Die Messe bietet zudem Raum, sich mit anderen Betroffenen auszutauschen und mit Psychologen und Therapeuten zu sprechen, die auf das Thema spezialisiert sind.

„Wir haben die Messe ins Leben gerufen, um Betroffenen einen geschützten Rahmen zu bieten, in dem sie neutrale Hilfe und Informationen erhalten“, so David McAllister, Initiator der KinderwunschTage. „Wir möchten Paare davor bewahren, Betrügern zum Opfer zu fallen, die ihnen unrealistische Versprechungen machen und sie viel Geld kosten. Bei unseren Ausstellern sind uns Seriosität und Aufrichtigkeit sehr wichtig.“ Nach zwei erfolgreichen Veranstaltungen in Berlin finden die Kinderwunsch Tage am 13. und 14. Oktober erstmalig in Köln statt.

Unterstützt wird die Messe von den renommierten Kinderwunschzentren Oregon Reproductive Medicine, IVF Spain und IVI. Messeinformationen und das Seminarprogramm finden Sie auf https://www.kinderwunsch-tage.de.

Hier geht´s zu den kostenlosen Tickets:


Aufklärung des Eizellspenden-Kindes

Aufklärung des Eizellspenden-Kindes?

Diese Frage stellt sich allen glücklichen Eltern, die es geschafft haben, durch eine Eizellspende sich den Traum vom Wunschkind erfüllt zu haben.

Doch sie ist leider nicht einfach zu beantworten, denn eigentlilch fängt dies schon im Vorfeld der Behandlung an. Für viele Paare ist die Anonymität sehr wichtig, niemand soll etwas erfahren. Die Behandlungsreisen werden mit einem Wochenendtrip oder einem Urlaub erklärt.

Macht es dieses Verhalten für die Eltern noch schwieriger? Wahscheinlich Ja.

Viele Eltern benötigen hier Unterstützung. Es gibt Therapeuten, die hier helfen wollen oder können, sogar Bücher gibt es schon zu diesem Thema.

Kliniken beschäftigen sich auch mit diesem Thema:

Sollte Sie Ihrem Kind etwas über die Eizellspende sagen oder nicht?

Die wichtigste Frage ist die, ob Sie Ihrem Kind überhaupt erzählen, dass es ein „Eizellspende-Kind“ ist. Hätte man die freie Wahl, auf welchem Wege man ein Kind bekommt, würde man sich vermutlich niemals als allererstes für eine Eizellenspende entscheiden, aber man die Sache auch sehr positiv sehen.  Im Gegensatz zu vielen Kindern, die ohne ärztliche Hilfe gezeugt wurden, kann sich jedes mithilfe einer gespendeten Eizelle geborene Kind ganz sicher sein, dass es ein absolutes Wunschkind ist. Die Eltern solcher Kinder haben in aller Regel einen stark ausgeprägten Kinderwunsch gehabt und haben unzählige Hürden und Barrieren überwunden, um diesen Wunsch Wirklichkeit werden zu lassen. Kinder, die ihr Leben einer Eizellspende verdanken, werden in den meisten Fällen außerordentlich wertgeschätzt und zutiefst geliebt. Daher ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass diese Kinder bei guter seelischer und körperlicher Gesundheit heranwachsen, während ihrer gesamten Kindheit von ihren Eltern kompetent unterstützt werden, stabile Beziehungen zu anderen Menschen entwickeln und lernen, das Beste aus ihrem Leben zu machen.

https://scanfert.com/de/ei/mutterschaft_nach_eizellspende/was_sagen_sollte/

Doch für viele Eltern ist der Austausch mit Paaren notwendiger und zielführender als alle anderen Angebote. Daher haben wir im Forum (www.eizellspende.de/forum) einen geschützten Bereich geschaffen, wo dieser Austausch über die Aufklärung ungestört möglich ist.

 

 


Deutsche möchten mehr Wahlfreiheit in der Kinderwunschmedizin

Deutsche möchten mehr Wahlfreiheit in der Kinderwunschmedizin

• Hohe gesellschaftliche Akzeptanz für Kinderwunschbehandlungen
• Wunsch nach Gleichstellung lesbischer Paare
• Mehrheit für Legalisierung der Eizellspende

Die Bevölkerung in Deutschland unterstützt mehrheitlich eine größere Wahlfreiheit in der Kinderwunschbehandlung – bei der Anwendung medizinischer Verfahren ebenso wie in der Frage, in welchen Lebenssituationen Frauen behandelt werden dürfen. Dies sind zentrale Erkenntnisse der aktuellen, repräsentativen VivaNeo-Kinderwunschstudie.
Die Studie dokumentiert neben der Einstellung der Gesamtbevölkerung zur Reproduktionsmedizin auch gezielt die Meinung von Menschen mit Kinderwunsch, die nicht auf natürlichem Wege schwanger werden können. Befragt wurden dabei sowohl heterosexuelle Paare mit Fruchtbarkeitsstörungen als auch Singlefrauen und Frauen in einer lesbischen Partnerschaft, die beispielsweise auf Samen- oder Eizellspende angewiesen sind.

Künstliche Befruchtung kein Tabu

Gesellschaftlich ist die Erfüllung eines Kinderwunsches durch künstliche Befruchtung heutzutage breit akzeptiert. Fast 80 Prozent der Bevölkerung finden es positiv, wenn Betroffene offen mit dem Thema Fertilitätsstörung umgehen. Auch nicht-traditionelle Familienformen mit Kinderwunsch werden akzep-tiert. 56 Prozent meinen, homosexuelle Paare sollten die gleichen medizinischen Möglichkeiten haben wie heterosexuelle Paare, und 46 Prozent möchten auch Singlefrauen bei der Kinderwunsch-behandlung gleichgestellt sehen.
Eine ebenso breite Mehrheit (80 Prozent) hält es für richtig, dass Krankenkassen grundsätzlich die Kosten von künstlicher Befruchtung übernehmen. Lediglich 20 Prozent sind der Meinung, eine In-vitro-Fertilisation sei eine persönliche Entscheidung und solle privat finanziert werden.

Babywunsch bei Singles und Lesben akzeptiert

In der Umfrage sprachen sich 54 Prozent dafür aus, die verfügbaren medizinischen Möglichkeiten, um Paaren zu einem Kind zu verhelfen, auszuschöpfen. Die Mehrheit der Befragten, 70 Prozent, ist der Meinung, dass sich die deutsche Gesetzgebung an EU-Ländern mit weniger Einschränkungen in der künstlichen Befruchtung orientieren solle. 60 Prozent finden, dass Kinderwunschbehandlungen bei lesbischen Paaren erlaubt sein sollten, und rund die Hälfte befürwortet die Behandlung von Singlefrauen.
Mit Blick auf Verfahren, die derzeit in Deutschland nicht zulässig sind, unterstützen mehr als zwei Drittel der Gesamtbevölkerung eine Legalisierung der Eizellspende. Innerhalb der Gruppe der Singles und Lesben plädieren sogar 90 Prozent für die Zulassung von Eizellspenden, rund 85 Prozent sind für die Legalisierung von Kinderwunschbehandlungen bei Alleinstehenden und gleichgeschlechtlichen Paaren.

Schwangerschaftsraten in IVF-Zentren

Im Jahr 2016 wurden in Deutschland rund 63.000 Frauen künstlich befruchtet.2 Die Wahrscheinlichkeit für eine Schwangerschaft bei einer 35-jährigen Frau beträgt durchschnittlich 36 Prozent pro Behand-lungszyklus. Damit erzielt die Reproduktionsmedizin im Durchschnitt gleich hohe beziehungsweise höhere Schwangerschaftsraten als bei der natürlichen Befruchtung.
Allerdings sind den Ärzten bei bestimmten Ursachen von Fertilitätsstörungen und speziellen Patien-tengruppen die Hände gebunden. Während beispielsweise bei Unfruchtbarkeit des männlichen Partners eine Samenspende infrage kommt, ist bei Infertilität der Frau eine Eizellspende in Deutschland verboten. Noch schwieriger gestaltet sich die Familienplanung in nicht-traditionellen Lebensformen: Kinderwunschbehandlungen von Singlefrauen und von lesbischen Paaren sind in Deutschland nicht erlaubt.

Medizinische Möglichkeiten im Ausland

Es überrascht daher wenig, dass mehr als die Hälfte der direkt Betroffenen (55 Prozent) das Verbot bestimmter Behandlungsmethoden in Deutschland als größte Barriere für die Erfüllung ihres Kinder-wunsches sehen. 64 Prozent ziehen eine Therapie im Ausland in Erwägung; unter den lesbischen Paaren sind es sogar 90 Prozent.
Die Gesellschaft verurteilt dies nicht, sondern zeigt sich verständnisvoll: 51 Prozent der Bevölkerung finden ein solches Verhalten „nachvollziehbar und richtig“, weitere 38 Prozent halten es für zwar falsch, aber doch „nachvollziehbar“.
„Man kann die Studienergebnisse so interpretieren, dass die aktuellen Rahmenbedingungen für die assistierte Befruchtung (ART) in Deutschland die gesellschaftlichen Entwicklungen für Familienplanung nicht mehr vollständig abbilden“, sagt Sebastian Ahrens, CEO der VivaNeo-Gruppe. „Gerade weil die generelle medizinische Behandlungsqualität hierzulande so hoch ist, halten wir eine Diskussion über die Gesetzeslage vorhandener Therapieoptionen für sinnvoll.“