Wien, 11.05.2010 (KAP) Klare Vorbehalte gegen die Eizellspende äußerte Justizministerin Claudia Bandion-Ortner. “Ich bin sehr skeptisch was die Spende von Eizellen betrifft”, betonte die Justizministerin im Interview mit der “Presse” (Dienstag-Ausgabe). Es widerspreche dem Wohl des Kindes, wenn es nicht wisse, wer seine Eltern seien, erläuterte Bandion-Ortner ihre Bedenken und stellte klar: “Ein Kind hat einfach ein Recht darauf, das zu wissen.”

Die Justizministerin sprach sich auch für die unterschiedliche rechtliche Behandlung von Eizell- und Samenspende in der österreichischen Rechtsordnung aus. Mit Blick auf das noch nicht rechtskräftiges Urteil des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) gegen die Republik Österreich werde derzeit analysiert und überlegt, “ob wir bei der großen Kammer des EGMR berufen”, so Bandion Ortner.

Der Gerichtshof hatte in einem Urteil Anfang April festgestellt, dass Österreich mit seinem Verbot von Eizell- und Samenspenden für Befruchtungen im Labor gegen das Grundrecht auf Schutz der Familie verstoße.

Deutliche Kritik am Urteil des EGMR hatte auch die “Aktion Leben” geäußert. Generalsekretärin Martina Kronthaler plädierte etwa in einer Presseaussendung am 8. April dafür, dass das in Österreich geltende Verbot von Eizell- und Samenspenden zur in-vitro-Fertilisation (IVF) bestehen bleiben müsse. Die Bundesregierung müsse das Urteil anfechten, so Kronthaler, die sich darüber hinaus für ein europaweites Verbot der Kommerzialisierung der Eizellspende aussprach.

Für ein absolutes europaweites Verbot jeglicher Kommerzialisierung von Eizellspenden hatte sich der Wiener Naturwissenschaftler, Mediziner und Moraltheologe Prof. Matthias Beck ausgesprochen. Dies sei mit der Würde des Menschen nicht vereinbar, so Beck im Gespräch mit “Kathpress” am 13. April.

Quelle: http://www.kathweb.at/

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