Samenzelle


Mädchen oder Junge? Geschlecht selbst bestimmen

Junge oder Mädchen? Wer sich ein Baby wünscht, möchte vor allem, das es gesund ist. Die Schweiz erlaubt nun eine neue Technik, mit der sich das Geschlecht bestimmen lässt.

Das Sperma entscheidet über das Geschlecht eines Kindes. Die Eizelle der Frau trägt in sich immer ein X-Chromosom. Befruchtet eine Samenzelle die Eizelle, dann verschmelzen die beiden entweder zu einer XX- oder XY- Kombination. Es hängt also vom Spermium ab, ob der Nachwuchs ein Junge oder ein Mädchen wird.

Es gibt zahlreiche Tipps, wie man beim Wunschkind gleich das Geschlecht bestimmen kann. Ernährung, Zeitpunkt des Eisprungs oder Stellung beim Sex sollen einen Einfluss darauf haben.

Ab Juli gibt es nun erstmals in der Schweiz eine Technologie, mit dem Namen MicroSort, die eine Geschlechtsauswahl schon vor der Empfängnis ermöglicht. Dabei werden die Spermien eingefärbt und je nach Geschlecht voneinander getrennt. Das sortierte Sperma wird dann bei der künstlichen Befruchtung verwendet.

Die Frage, ob es ein Junge oder ein Mädchen werden soll, ist vor allem bei geschlechtsabhänigen oder geschlechtsbegrenzten genetischen Erkrankungen relevant. Denn über 500 – wie auch Duchenne-Muskeldystrophie und Hämophilie – scheinen primär oder sogar ausschließlich Angehörige eines Geschlechts zu betreffen.

Mit der neuen Methode können Eltern vermeiden, diese genetisch bedingten Erkrankungen an ihre Kinder zu übertragen. Ein weiterer Vorteil ist, laut einer Studie am Universitätsspital Basel, dass die Zahl der zusätzlichen Embryonen, die sonst zur Präimplantationsdiagnostik erforderlich ist, reduziert werden kann.

Schon US-Studien haben gezeigt, dass Patienten, die mithilfe der neuen Technik ein Mädchen bekommen wollten, rund 93 Prozent der schwanger gewordenen Frauen ein weibliches Kind empfangen haben. Bei dem Wunsch nach einem Jungen, waren es fast 85 Prozent.

Quelle: www.merkur-online.de


Neuartiger Spermiencheck bei unerfülltem Kinderwunsch

Erektionsstörungen, unerfüllter Kinderwunsch und Testosteronmangel – Erkenntnisse zur Männergesundheit diskutieren 600 Experten auf dem Europäischen Andrologenkongress in Berlin.

Dabei werden auch neuartige Ansätze vorgestellt, um die fittesten Spermien für eine künstliche Befruchtung auszuwählen. „Wenn eine Samenzelle in eine Eizelle injiziert werden soll, kommt es darauf an, das vitalste Spermium zu finden“, sagte Tagungspräsident Prof. Andreas Meinhardt am Donnerstag auf dem Treffen. Der Kongress geht bis Samstag.

Bislang wurden die Spermien dazu nur unter dem Mikroskop auf ihre Beweglichkeit hin untersucht. Forscher aus Münster haben nun ein Verfahren entwickelt, mit einem Raman-Spektrometer auch die Intaktheit der DNA-Stränge der Samenzelle zu überprüfen. Dazu fixieren sie die quirlige Zelle mit Hilfe mehrerer Laser ohne sie zu schädigen – und injizieren sie anschließend in die Eizelle. „Wenn sich zeigt, dass die Baby-Take-Home-Rate sich durch das neue Verfahren auch nur um wenige Prozent erhöht, dann wird sich das schnell durchsetzen“, glaubt Meinhardt. Derzeit kommt nach etwa 25 Prozent derartiger Spermieninjektionen (ICSI) ein Baby zur Welt.

Auch Hinweise, dass Umwelteinflüsse bereits im Mutterleib beim männlichen Fötus die Gefahr für späteren Hodenkrebs erhöhen können, wurden in Berlin präsentiert. Außerdem ging es um Fettleibigkeit, die bei Männern Testosteronmangel bewirkt – und damit letztlich auch das Herzinfarktrisiko erhöht. „Es besteht ein Zusammenhang zwischen Testosteron und kardiovaskulärer Gesundheit“, betonte Meinhardt.

Quelle: www.stern.de